le miroir de musique

Sulla Lira

©Susanna Drescher

Hörbeispiel : O begli anni de l'oro - Francesco Corteccia (1502-1571)

[Text: Giovanni Battista Strozzi] Musiche fatte nella nozze dello illustrissimo Duca di Firenze, Venice 1539

 

 

Unter den zahlreichen Aufführungspraktiken der italienischen Renaissance des 15. und 16. Jahrhunderts hatte das Singen zur Lira eine besonders symbolträchtige Stellung, die eng mit dem Orpheus-Mythos und der göttlichen Figur des Apoll verknüpft ist. Diese Art des Rezitationsvortrags von Epik und Lyrik, deren Ursprünge in humanistischen Kreisen des mittleren 15. Jahrhunderts liegen, bestand anfänglich aus einstimmigem Gesang, der mit einer Lira da braccio begleitet wurde – letztere eine antikisierte Abwandlung der spätmittelalterlichen Vielle. Mit der Erfindung des Lirone in der Zeit um 1500 wandelte sich die Rolle der Begleitung allmählich und erfuhr schließlich mit dem Rezitativstil nach 1600 eine neue Blüte, die den Weg zur Entwicklung der ersten Opern bereitete.

 

Tu ch’ai le corna riguardanti al cielo - Alfonso dalla Viola (c.1508-c.1574)

[Text: Agostino Beccari] Il sacrificio, Ferrara 1554

 

Passamezzo de lira - Anonymous

Pesaro, Bibl. Oliveriana, Ms. 1144, ~1540

 

Occhi convien morire - Sigismondo D’India

Le musiche libro III, Milan 1618

 

Madonna il vostro petto - Alessandro Striggio (c.1536-1592)

Madrigali a cinque voci, libro primo, Venice 1560

 

 

 

 

 

Le Miroir de Musique

 

María Cristina Kiehr, Sopran

Giovanni Cantarini, Tenor

Brigitte Gasser, Lira da Gamba, Viola da Gamba

Baptiste Romain, Lira da Braccio, Renaissance Violine

Julian Behr, Laute, Chitarrone

 

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